Österreich als „grüne Batterie“ Europas

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Österreich ist ein Land der Berge und ein Land am Strome – viel Strom wird aus Wasser produziert: Das Wasser der Flüsse liefert ständig Strom und die Speicherkraftwerke in den Bergen können einspringen, wenn Strom im Markt gebraucht wird oder wenn z. B. Windräder mehr Strom erzeugen als gerade gebraucht wird. Damit diese Überschuss-Energie nicht verloren geht, wird sie dann in Speicherseen zwischengelagert.

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Facts & Figures

Warum wird Österreich eine "grüne Batterie" genannt?

Österreichs Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke speichern Strom in Form von Wasser ("Lage-Energie") in Speicher- oder Stauseen. Wenn dann Strom gebraucht wird, wird die Fallhöhe des Wassers  in den Bergen genutzt und das Wasser strömt durch riesige Rohre aus dem See in das tiefer liegende Kraftwerk. Die Speicher- oder Stauseen in den Bergen sind also "Batterien" für den Strom. Sie werden mit Wasser gefüllt, wenn "Überschuss-Strom" im Netz z. B. aus Windanlagen entsteht. Dazu wird mit diesem Überschuss-Strom Wasser aus dem Tal hochgepumpt. Der Wasservorrat in den Stauseen wird zur Stromerzeugung verringert, wenn Strom gebraucht wird, d.h. Wasser läuft auf Knopfdruck durch die Turbine hinunter ins Tal und der Generator erzeugt den Strom.

 

Aus welchen Quellen wird in Österreich der Strom erzeugt?

 

Der größte Strombringer ist in Österreich die Wasserkraft – aus Wasserkraft werden rund 60 Prozent des Stroms erzeugt. 

 

In einem Speicherkraftwerk – wie tief fällt da das Wasser?

1.773 m beträgt die "Fallhöhe" – in einer Druckrohrleitung vom Speicher oben bis zum Kraftwerk unten – beim Speicherkraftwerk Reißeck in Kärnten. Diese Fallhöhe ist eine der höchsten der Welt! Fünf solcher Leitungen zusammen ergeben die Höhe des Mount Everest. Das Kraftwerk Reißeck erzeugt im Jahr 73 Gigawattstunden (GWh). Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt verbraucht im Jahr 3500 Kilowattstunden elektrische Energie (Strom) – das sind 0,0035 GWh also fast 21.000 mal mehr als ein Haushalt verbraucht.

 

Was ist eigentlich eine Kilowattstunde (kWh) ?

  • Eine Kilowattstunde entspricht der Kraft, die notwendig wäre, um einen Menschen mit einem Körpergewicht von 75kg auf den höchsten Berg Europas zu heben.
  • Eine Kilowattstunde entspricht jener Arbeitsleistung, die man aufwenden muss, um 1600 Mineralwasserkisten vom Keller in den 3. Stock zu tragen.
  • Eine Kilowattstunde Strom kann man erzeugen, indem man 7000 Liter Wasser eine Fallhöhe von 50 Metern überwinden lässt.

 

Welche Länder sind „Wasserkraftländer“ in Europa?

Es sind Norwegen, Österreich, Frankreich (hat auch viel Atomstrom), Italien, die Schweiz (hat auch viel Atomstrom), Deutschland und Schweden.

 

Welche Energieformen entstehen in einem Speicherkraftwerk?

  • Das Wasser im Stausee hat Lage-Energie (= potenzielle Energie).
  • Stürzt das Wasser die Druckrohrleitungen zu den Turbinen hinunter, wird die Lage-Energie zu Bewegungs-Energie (= kinetische Energie).
  • Durch die Turbine wird der Generator angetrieben, in welchem Bewegungs-Energie in elektrische Energie umgewandelt wird.
  • Zudem entsteht bei allen Vorgängen der Stromerzeugung auch Wärme-Energie.