Starke Netze

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Über die Stromnetze fließt der Strom vom Kraftwerk überall dort hin, wo er gerade gebraucht wird, also auch  in den Haushalt. Starke und länderübergreifende Stromnetze sind die "Lebensadern" der Stromversorgung. Wird beispielsweise ein neuer Windpark errichtet, braucht er ein dazugehöriges Stromnetz, welches den Windstrom zum nächsten Umspannwerk leitet und von dort in einen Haushalt, einen Gewerbe- oder Industriebetrieb.

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Facts & Figures

Wie viele km umfasst das österreichische Stromnetz?

Das österreichische Stromnetz ist  aktuell rund 260.000 km lang, das ist 400-mal die Strecke BregenzWien. Alleine das Hochspannungsnetz ist 6700 km lang, das entspricht der Entfernung WienNew York.

 

Was ist eigentlich Strom?

Strom ist der Ausgleich von Ladungen zwischen positiven und negativen Polen. Du kennst sicherlich das + und – auf Batterien? Die so genannten Elektronen-Teilchen besitzen eine negative Ladung, die Protonen-Teilchen eine positive Ladung. Strom entsteht, wenn sich nun diese positiven und negativen Ladungen vereinigen oder ausgleichen wollen, denn sie wollen sich immer ausgleichen: Minus will immer zu plus! Die Teilchen sind sehr sehr klein und daher leicht beweglich. Gibt man den Elektronen die Gelegenheit, wandern sie los. So wandern sie in einer leitenden Verbindung wie z. B. in einem Draht – oder in einem Stromnetz.

 

Warum muss ein Stromnetz immer im "Gleichgewicht" sein?

Da man Strom nicht speichern kann, muss zu jeder Zeit genau die Mengean Strom erzeugt werden, diegerade gebraucht und verbrauchtwird. Deshalb muss für die Stromerzeugung und den dazugehörigen Transport im Stromnetz von der Netzleitstelle ein so genannter Fahrplan erstellt werden, der festlegt, wann wie viel Energie benötigt wird. Tritt eine Abweichung vom Fahrplan auf, muss Regel- oder Ausgleichsenergie bereitgestellt werden, die die fehlende bzw. überschüssige Energie ausgleicht. Die Regelenergie wird durch Kraftwerke bereitgestellt, die innerhalb kürzester Zeit ihre Leistung hoch- bzw. herunterfahren können.

 

Welche Netze besorgen den österreichischen Stromtransport?

  • Das Stromnetz der höchsten Ebene hat Spannungen von 220kV (Kilovolt) bis 380 kV. Durch diese Höchst- und Hochspannungsleitungen können große Strommengen über weite Strecken übertragen werden. Großkraftwerke speisen direkt in das Hochspannungsnetz ein. Hochspannungsleitungen haben meist eine Spannung von 110kV. Mittlere Kraftwerke und große Industriebetriebe sind an dieses Netz angeschlossen.
  • Die Versorgung von Städten findet durch die Mittelspannungsebene statt. Die Spannungen liegen bei 1 kV bis 36 kV. Städtische Kraftwerke, Windräder und Solarkraftwerke speisen hier ein, Industriekunden nehmen hier Strom ab.
  • Haushaltskunden beziehen Strom von der Niederspannungsebene mit Spannungen von 400 Volt (1kV = 1000 Volt). In dieser Netzebene kann auch Strom von privaten Photovoltaik-Anlagen eingespeist werden.
  • Das Höchst- und Hochspannungsnetz stellt das Übertragungsnetz dar, die Mittel- und Niederspannungsebene dienen als Verteilnetze.

 

Wie werden die unterschiedlichen Stromnetze miteinander verbunden?

Alle Netzebenen sind durch Umspannwerke (zwecks Verbindung unterschiedlicher Spannungsebenen mittels Transformatorstationen) verbunden, die den Strom auf die jeweilige Spannung hinauf oder herunter transformieren. Denn: Nur mittels Hochspannungsleitungen (und nicht Mittel- oder Niederspannungsleitungen) wird elektrische Energie über weite Entfernungen wirtschaftlich sinnvoll transportiert – beim Transport geht nämlich Energie in Form von Wärme quasi als Reibungsverluste – „verloren“.